Zahlen und Fakten


Das Schleudertrauma ist keine neue Volkskrankheit, wie dies auch schon behauptet wurde. Allerdings tritt das Verletzungsbild in einer Gesellschaft mit zunehmender Mobilität und damit verbundenen Verkehrsunfällen häufiger auf. Der Verletzungsmechanismus, wie er beispielsweise bei einem Auffahrunfall im Strassenverkehr vorkommen kann, aber auch bei Sport- und Arbeitsunfällen, ist durch Studien belegt.

So wird bei einem Auffahrunfall der Körper des Insassen mit dem Fahrzeug beschleunigt; der Kopf des Insassen macht diese Beschleunigung trägheitsbedingt nicht sofort mit. Dies führt zu knickenden und schärenden Belastungen der Halswirbelsäule und damit zu deren Schädigung. Das Resultat sind kleinste Verletzungen, wie etwa Mikrofrakturen der Wirbelkörper, Blutungen, Zerrungen und Einrisse von Bändern und Muskeln. Weiter wurden in Studien Verletzungen an den Facettengelenken, am Rückenmark und an den Halswirbeln nachgewiesen.

Diese Verletzungen können zu Nacken-, Schulter- und Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-, Gedächtnis- und Sehstörungen und psychischen Leiden, wie Depressionen, führen. Ein Teil dieser Beschwerden sind durch wissenschaftliche Verfahren mess- bzw. objektivierbar, so beispielsweise Beweglichkeitseinschränkungen oder Instabilität der HWS, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schwindel sowie Mikroverletzungen der Gelenkbänder der HWS.

  • Das Bundesgericht hat in einem neueren Entscheid seine Rechtssprechung zum Schleudertrauma präzisiert und die Voraussetzungen genannt, die erfüllt sein müssen, damit die Unfallversicherung eine Rente ausrichten muss (Bundesgerichtsentscheid 134 V 109). Das Schleudertrauma muss gemäss dieser Gerichtspraxis also u.U. auch ohne bildgebend nachweisbare Verletzungen entschädigt werden. Aber – und diese Einschränkung ist entscheidend – viele Geschädigte scheitern an den hohen, vom Bundesgericht aufgestellten, medizinischen und juristischen Hürden.

    Eine Studie der Schweizerischen Unfallversicherungen (SSUV) hat für das Jahr 2004 rund 25'000 Schleudertraumafälle erhoben. Diese Studie hat lediglich Menschen mit Vollbeschäftigung erfasst, Kinder und Hausfrauen sind also nicht berücksichtigt. Wichtig zu wissen ist dabei, dass nicht alle Geschädigten dauerhaft arbeitsunfähig werden. Wie verschiedene Untersuchungen gezeigt haben, chronifiziert das Leiden bei rund 10 % aller Fälle, d.h. dass die grosse Mehrheit der Betroffenen die Schädigung überwindet.

    Auch die Versicherungen anerkennen, dass es allgemein gültige Ansätze gibt, um eine Chronifizierung zu vermeiden: Die wichtigsten Grundsätze sind

  • unverzügliches Einholen des Dokumentationsbogens für Erstkonsultation nach kraniozervikalem Beschleunigungstrauma durch die Versicherungsgesellschaft;

  • bestimmen des Chronifizierungsrisikos;

  • engmaschige Fallführung je nach Chronifizierungswahrscheinlichkeit mit der Abklärung des Bedarfes des Patienten, sei es medizinischer, beruflicher oder sozialer Art, Entwicklung einer Behandlungsstrategie, Koordination in einem Netzwerk (Ärzte, Rehabilitationsfachleute, Arbeitgeber, Haushalthilfe usw.), Überwachung des Heilungsverlaufes und allenfalls Anpassung der Strategie (siehe auch RAND-Studie, www.rand.org).

In diesem komplexen Umfeld setzt sich der Schleudertraumaverband für die Rechte der Geschädigten auf politischer Ebene ein, berät in juristischen und medizinischen Fragen und vermittelt Fachleute zur weiteren Betreuung der Betroffenen.

 

Schleudertrauma - und man sieht es doch

öffentliche Informationsveranstaltung

Kongresshotel Einstein,

St. Gallen, 9. Sept. 2010,

13.30-16.30 Uhr

Expertentagung 17.00-20.00


Lassen Sie sich von namhaften Experten fundiert informieren.

Eintritt frei

weiter …
 
Hinweis: Club SF1 - 31.8.2010

Dienstag 31.8.2010 das Schleudertrauma im CLUB  von SF1.

Die Sendung wird mehrfach wiederholt.

Termine unter:

SF 1 der Club

 
N E U - RSS-Feed

 

Wir wollen mit Ihnen in Kontakt bleiben!

 

Neu erhalten Sie die News von der Website unseres Verbandes per RSS-Feed. Anmeldung auf Seite Aktuelles / Events / Medien

weiter …
 

suchen und finden

© 2010 Schleudertraumaverband Schweiz | internetagentur JANIS